Samstag, 21. April 2012

"They do it with Mirrors" von Agatha Christie


Eins vorweg: ich liebe die Krimis von Agatha Christie! Schon als wir in der Schule zum ersten Mal eine Buchvorstellung machen mussten habe ich, ganz ungewöhnlich, einen Christie-Krimi („Der ballspielende Hund“/“Dumb Witness“) ausgewählt. Die Leidenschaft für ihre Krimis ist geblieben und ich habe mir vorgenommen sie alle einmal im Original zu lesen, zumindest die mit dem Meisterdetektiv Poirot und der bezaubernden alten Lady, Miss Marple. Zu Letzterer greife ich, wenn ich in einer „quaint ol‘ English-mood“ bin und das war auch kürzlich wieder der Fall.

Der ausgesuchte Krimi „They do it with mirrors“ ist die Nummer 6 der Miss Marple-Reihe, die mit 14 Bänden wesentlich kürzer ist als die Poirot-Reihe.

Zum Fall: von ihrer Freundin Ruth Van Rydock wird Miss Marple nach ihrer alten Internatsmitschülerin Carrie Louise befragt, die mit einem ihrer vielen Ehemänner – Lewis Serrocold – aus einem Herrenhaus namens Stoneygates ein Rehabilitationsheim für Straftäter gemacht hat.
Wie so oft: wo Miss Marple auftaucht passiert plötzlich etwas – in der Regel ein Mord. Auch in diesem Buch ist das nicht anders. Miss Marple kommt als Gast nach Stoneygates und ein anderer Hausgast, der kurz nach ihr eintrifft, wird am zweiten Tag ihres Besuches ermordet – und das obwohl einer der Straftäter dem Hausherrn – dem Mann von Miss Marples Schulfreundin – gedroht hat ihn zu erschießen. Der Ermordete hatte eine brisante Information mit im Gepäck, die die Gesundheit der Hausherrin betrifft… sehr mysteriös – aber natürlich gibt es eine Erklärung!
 Der schrullig wirkenden Miss Marple wird sehr bald klar, dass hier Illusion und Realität nicht immer Hand in Hand gehen….

Das Besondere an der Personenkonstellation sind die komplizierten Familienverhältnisse, die dem Leser aufgetischt werden. Man hat das Gefühl: in Stoneygates ist jeder mit jedem verwandt und doch auch nicht. Carrie-Louise hat durch ihre vielen Ehen auch viele Stiefkinder und angeheiratete Verwandte und die muss man erst mal alle auseinanderhalten können. Dann auch noch die im Haus temporär untergebrachten Straftäter und die natürlich per se schon für ein Verbrechen in Frage kämen.

Was kann man sagen: man bekommt was man erwartet: einen gut begrenzten Kreis von Verdächtigen an einem überschaubaren Ort, schönes englisches Lokalkolorit aus dem mittleren 20. Jahrhundert und natürlich eine schlaue alte Detektivin, die an den Fall – wie sollte es anders sein – mit einer großen Portion Bauernschläue herangeht!
Mit der Identität des Täters hätte ich – wie meistens bei Agatha Christie nicht gerechnet. Die Spannung blieb bis zum Schluss erhalten!

Fazit: Lesenswert, auch wenn er nicht mein Lieblings-Christie-Krimi geworden ist.

Labels: Agatha Christie, Miss Marple, England, Krimi

Meine Ausgabe:

Verlag: HarperCollins
Erscheinungsjahr der Ausgabe: 2002/2008 (reissue)
Erstausgabe: 1952
Seiten: 284
ISBN:  978-0-00-712087-1
Deutsche Übersetzung: Fata Morgana
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag

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