Freitag, 1. Februar 2013

"Das Manuskript" von Marianne Macdonald



Und wieder bin ich auf eine neue Häkelkrimireihe gestoßen, deren momentane Verfügbarkeit allerdings prekär ist. Es geht um die Krimis der bald 80jährigen Engländerin Marianne Macdonald. Ihre Ermittlerin heißt Dido Hoare und die 8 Bücher der Reihe sind um die letzte Jahrhundertwende (von 1996-2006) entstanden.
Im englischen Original sind die Bücher nur noch gebraucht bzw. zu horrenden Neupreisen erhältlich. Auf Deutsch sind sie im List-Verlag erschienen, allerdings sind aktuell (Stand: 1.2.2013) nur noch 4 Bücher der Reihe neu als Taschenbuch erhältlich. Bei diesen neu erhältlichen handelt es sich vor allem um eine Sonderausgabe, die der List-Verlag ab 2007 veranstaltet hat. Ich habe das erste Buch der Reihe im letzten Jahr (in der Sonderausgabe) gekauft, mittlerweile ist es auf A…. nur noch gebraucht erhältlich. Eine ungute Situation wenn man sich die Reihe anschaffen möchte, auch ein durchgängiges Erscheinungsbild im Regal ist so gut wie unmöglich.
Dennoch sollte das den Häkelkrimi- und „Bücherkrimifan“ nicht abhalten, denn die unwiderstehliche Antiquariats- und verschrobene Bücherwelt wird hier spannend aufbereitet.

Wieder wandelt hier jemand das Miss-Marple-Schema ab und präsentiert eine junge (32jährige) Ermittlerin, die im ersten Buch zwar alleinstehend (i.e. Single) ist, aber die verheiratet war und auch ansonsten nicht wie eine Nonne lebt. 
Dido Hoare besitzt ein Antiquariat in London. Es sind die Endneunziger des zwanzigsten Jahrhunderts und ein Handy ist noch die Top-Neuanschaffung und technische Hiterrungenschaft der Saison. Die Leute gehen nach wie vor in Antiquariate – auch wenn das Geschäft besser laufen könnte. Dido lebt in Scheidung von ihrem Exmann Davey, einem Kunsthändler und Maler, der plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht. Dies irritiert Dido, die es sich eigentlich in ihrem neuen Büchereremitinnendasein mit Katze und Staub gemütlich gemacht hat. Ihr Vater Barnabas, ein emeritierter Professor für Literatur (wie sollte es anders sein) hat mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen, die Schwester ist voll und ganz mit Familie und Kindern ausgelastet. Und dann auch noch Davey, der notorisch pleite war und sie jetzt plötzlich zum Essen ausführt. Irgendwas ist faul und wenige Tage später passiert ein Unfall und in Didos Laden wird eingebrochen. Hat es irgendwas mit ihrem Antiquariat zu tun? Was wollen die Täter? Und was hat Daveys neue Freundin Ilona damit zu tun?

Ach ja, alte Bücher, Autographen und Manuskripte, deren bloße Existenz Konsequenzen oder gar Verbrechen in der Neuzeit nach sich ziehen: ein altes, aber bewährtes und immer wieder gutes Schema. Auch hier ist die Auflösung interessant und man lernt sogar ein bisschen was über die englische Literaturgeschichte. Bücher über Bücher, Antiquariate, Buchhändler und Literatur ziehen mich einfach magisch an.

 Der Krimi ist schnell gelesen und Dido wächst einem ans Herz. Ich kann das Buch in jedem Fall empfehlen und hoffe die anderen Bücher der Reihe noch auftreiben zu können.
Meine Ausgabe:

Originaltitel: Death's Autograph
Verlag: List
Erscheinungsjahr der Ausgabe: 2007

Erstausgabe: 1996
Seiten: 350

ISBN:983548607146

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