Freitag, 24. Mai 2013

"Liebe ist der größte Schatz" von Sophia James (= Cora Historical Lords and Ladies, Bd. 31)



Ja, ich gebe es ja zu: die englische Regency-Ära mit ihren Gesellschaftsbällen (die eigentlich Männer-die-ein-paar-Tausend-Pfund-im-Jahr-verdienen-und-ein-hübsches-Herrenhaus-besitzen-Findeveranstaltungen sind), mit ihren Lords & zukünftigen Ladies und den schönen „Liebt-er-mich-und-wenn-nein-warum-ist-er-so-abweisend“-Country Walks faszinieren auch mich seit ich die Romane von Jane Austen und die Verfilmungen der BBC dazu gesehen habe. Dass es vor einigen Jahren eine Welle mit historischen Regency-Romanen gegeben hat, hat meine Aufmerksamkeit allerdings nur am Rande gestreift: warum das „Nachgemachte“ lesen wenn man doch die Originale in Form der Jane-Austen-Romane hat. Dieser Tage habe ich nun zum ersten Mal einen solchen „neuen“ Regency-Schmöker gelesen, der von einer gegenwärtigen Autorin verfasst wurde: „Liebe ist der größte Schatz“ („High Seas to High Society“) von Sophia James. Das Buch ist in der Reihe „Historical Lords & Ladies“ (Band 31) beim Cora-Verlag erschienen. In dieser Reihe erscheinen nur Regency Romane, zum Teil solche die vorher schon mal bei Cora unter dem Label „My Lady“ publiziert wurden. Alle 2 Monate erscheint ein neuer Roman und man kann sie auch im Abo beziehen. Ich finde die Reihe sehr schön und stilvoll gestaltet, eine richtige Entdeckung für mich.

Zum Inhalt: eine junge Frau (Miss Emma Seaton) taucht in der Londoner Gesellschaft von 1822 auf und verzaubert den verwitweten (aber immer noch jungen und natürlich sehr attraktiven) Asher Wellingham, Duke of Carisbrook sofort mit ihrer natürlichen und unbefangenen Art. Emma (oder: Emerland) hat ein Geheimnis: sie ist dem Duke schon vor ein paar Jahren begegnet, in ihrer Heimat und in einem brisanten Zusammenhang, der u.a. mit ihrem Vater zu tun hat. Emma erschleicht sich die Zuneigung von Wellinghams Schwester und dadurch Zutritt zum Anwesen des Dukes, Falder House. Dort versucht sie zum einen eine mysteriöse Schatzkarte zu finden und zum anderen, dem attraktiven Duke und seinen Annäherungsversuchen zu widerstehen. Letzteres gelingt ihr nicht und so entspinnt sich eine Liebesgeschichte, die angesichts der gemeinsamen Vergangenheit eigentlich nicht sein darf…

Trotz aller Vorhersehbarkeit und Klischeehaftigkeit hat mich dieser Regency Roman sehr amüsiert, denn das Ganze ist mit einem gewissen Augenzwinkern und einer leichten Prise Humor verfasst. In einem Jane-Austen-Roman würde die körperliche Vereinigung natürlich nicht so explizit beschrieben werden, aber dafür sind ja solche Romane da: sie können sich am Vorbild orientieren und eine moderne Freizügigkeit (die natürlich auf das weibliche Publikum abzielt) gewährleisten.

Fazit: Ein süffiger Regency-Schmöker voller Atmosphäre, geheimnisvoller Dramatik, Erotik und einer Prise augenzwinkerndem Humor: für kurzweilig und unterhaltsam befunden!

Ich werde wohl in der Zukunft noch mehr von diesen „historischen Liebesromanen“ in Heftchenform lesen. Früher hatte es irgendwie immer einen merkwürdigen Beigeschmeck wenn man einen Roman in Heftform gelesen hat, aber ich finde der Cora-Verlag hat sich ein ganz tolles, wertigeres Image verpasst und man kann absolut nicht mehr sagen dass allein die Publikationsform auf ein miderwertiges Buch hinweist. Das muss man dann von Fall zu Fall selbst entscheiden. Okay, die anderen Reihen außer Historical (Baccara, Julia etc.) finde ich von ihren Titeln und der Aufmachung her jetzt weniger ansprechend als die historische Riehe, aber auch da werde ich mich gerne davon überzeugen lassen dass dahinter etwas lesbares steckt. Außerdem finde ich es super dass die „Heftchen“ (also zumindest die, die ich bis jetzt in der Hand hatte) auf Umweltpapier gedruckt sind. Nur so nebenbei.
 

Meine Ausgabe:
Originaltitel: High Seas to High Society
Verlag: Cora
Erscheinungsjahr der Ausgabe: 2012
Erstausgabe: 2007
Seiten: 254
ISBN:4197396204955

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