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Mittwoch, 3. Juni 2020

"Mord in Sunset Hall" von Leonie Swann


 
"Oma-Krimi" zwischen Cremehütchen und existentialistischer Philosophie

Leonie Swann ist Expertin für Krimis, die aus der Tierperspektive ein Verbrechen beleuchten. Ob Schafe, Papageien oder Flöhe - sie versteht was von ihrem Metier. Diesmal ist als tierische "Ermittlerin" eine Schildkröte mit von der Partie - allerdings nur als Sidekick bzw. erzählerisches Maskottchen. Ein Tier-Krimi im eigentlichen Sinne ist “Mord in Sunset Hall” also nicht.

Hettie, die Schildkröte, ist immer genau da, wo die "Großfüße" - ihrem gemächlichen Schildkrötentempo durchaus angepasst - schalten und walten. Diese großen Füße gehören den Seniorinnen und Senioren aus dem Umfeld von "Sunset Hall" und dem angrenzenden Dorf "Ducks End".

Die Ü-70erin Agnes hat ihr großes Landhaus "Sunset Hall" zur Senioren-WG umfunktioniert.
Anstatt alleine oder in einem Heim vor sich hin zu leben, teilt sie sich ihr Anwesen mit anderen gleichaltrigen Damen (der Yogafreundin Edwina, der blinden Bernadette und der Gartenliebhaberin Lilith) - ganz “Golden-Girls”-mäßig, nur eben in England und mit männlichen Mitbewohnern (Winston & der Marshall). Als plötzlich eine ihrer Mitbewohnerinnen ermordet aufgefunden wird, steht den betagten “Sunset Hall-Bewohnern” der Sinn nicht mehr nach beschaulichem Seniorenalltag, sondern nach Mörderjagd, denn der Bekannten- und Freundeskreis von Agnes wird zunehmend dezimiert. Und dann kommt auch noch “die Neue” ins Haus, die mondäne Charlie mit ihrem Hund Brexit.

Jedes Kapitel ist nach einer kulinarischen Köstlichkeit benannt, die darin eine gewisse Rolle spielt. Auch sonst hat der Roman hat alles, was das Herz von Cosy-Crime-LiebhaberInnen höher schlagen lässt. Neben dem wundervollen Setting gespickt mit Versatzstücken aus der Lebenswelt von englischen Country-Senioren (Cremehütchen, Sherry, Kaffeetreff, 5-Uhr-Tee, Gartenpflege, "Kirchenintrigen", verabscheuungswürdige Seniorenheime, Beerdigungen und Treppenliftmonteure), wühlte die Autorin tief in der Krimi-Motivkiste und hat einiges zu Tage gefördert, was in jeden guten Spannungsroman - oder zumindest jeden zweiten - gehört: dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit, Zwillinge (evil!), illegaler Waffen- und Drogenbesitz, Identitätsverwirrung, Cold-Case-Vermisstenfälle, Entführung, und und und. Viel Witz und ein extrem trockener, zuweilen auch schwarzer Humor runden das herrliche Cosy-Krimi-Erlebnis ab.

Aber: Das Buch hat auch ernste Seiten und gegen Ende sogar Elemente eines viktorianischen Schauerromans. Leonie Swann wirft denkbar existenzielle Fragen in den Raum, die man sich gerade am Ende eines Lebens vermehrt stellt: Was habe ich tatsächlich erlebt und kann ich meinen Erinnerungen trauen? Wieviel ist Fiktion, wie viel ist bzw. war Wirklichkeit? Das ganze Leben besteht aus Geschichten, so in etwa heißt es im Text. Diese philosophische Komponente des Romans hat mir sehr gut gefallen und war für mich die Sahne auf der Kirschtorte bei der Kaffeestunde.



Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag (via Bloggerportal Randomhouse) für das Rezensionsexemplar!
Nähere Infos zum Buch: hier

Donnerstag, 2. Januar 2020

"Hamish Macbeth und der tote Witzbold" von M. C. Beaton



Gemächlicher Cosy-Krimi mit Witz

Die Reihe um den schottischen Dorf-Constable Hamish Macbeth von der “Vielschreiberin” Marion Chesney alias M. C. Beaton ist nun schon gute dreißig Jahre alt, der erste Band erschien 1985. Bis zum Jahr 2018 hat Beaton sage und schreibe 38 “Hamish Macbeth-Krimis” vorgelegt - eine beeindruckende Anzahl! Der Bastei Lübbe-Verlag übersetzt die Reihe seit dem Jahr 2016 und mit “Hamish Macbeth und der tote Witzbold” liegt nun schon der siebte deutsche Band vor, im Mai folgt Nummer 8.

Hamish Macbeth ist ein richtig sympathischer “Highland-Ermittler”, der sich gut mit den lokalen Besonderheiten seiner Heimat auskennt. Also wird er auch gerne mal zu Verbrechens-Schauplätzen gerufen, die gar nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen. Wie zum Beispiel im vorliegenden Krimi, wo ein alter Herrenhausbesitzer mit großem Vermögen, der anderen gerne fiese Streiche spielt, ermordet aufgefunden wird. Die Situation ist herrlich skurril, denn der alte Mr. Trent hat alle seine Anverwandten zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen. Praktisch, denn so sind alle Verdächtigen unter einem Dach versammelt. Dafür dass sie nicht wegkönnen vom Schauplatz des Verbrechens, sorgt ein Kunstgriff, der in der Krimiliteratur nicht gerade selten angewandt wird: ein Schneesturm kappt zunächst jegliche Verbindung zur Außenwelt. Aber irgendwann bahnt sich Hamish Macbeth doch seinen Weg zu “Arrat House” und findet dort eine äußerst bizarre Situation vor, die - zumindest bei mir - für einige Lacher gesorgt hat. Das Aufeinandertreffen von polizeilicher Routinearbeit und den unorthodoxen Verhaltensweisen des Hauspersonals - angestiftet von einem Familienmitglied Trents - mündet unzweifelhaft in eine humorvolle Situation, die dann für mich auch schon der Höhepunkt dieses “Wohlfühl-Krimis” war. Den richtigen Täter hatte ich aufgrund seiner “Unverdächtigkeit” schnell in Verdacht, allein das Motiv hat für einige Überraschung gesorgt. Die Auseinandersetzung Hamishs mit dem Unsympathen Blair aus Glasgow hat noch für ein bisschen Zündstoff gesorgt. Hier kommt besonders die Tatsache zum Tragen, dass der Krimi Anfang der Neunziger Jahre geschrieben wurde. Hamishs Arbeitsweise mit dem Notizblock deklariert Blair als veraltet, Diktiergeräte und Fax waren damals moderne technische Errungenschaften, die heute anachronistisch wirken.

Ein wenig schade fand ich, dass Hamish bereits im vorletzten Kapitel zur Lösung des Falls kommt und dies dem Leser auch mitgeteilt wird. So wird dem typischen “Cosy-Krimi-Showdown” in der Bibliothek, bei dem sich alle Verdächtigen zusammen mit dem Ermittler versammeln, ein wenig die Spannung genommen.

Da die Charaktere herrlich skurril und einige Situationen sehr witzig waren, fand ich diesen Krimi aber durchaus lesenswert und ich möchte auf jeden Fall weitere Seiten von Hamish Macbeth kennenlernen.

Zur Gestaltung ist zu sagen, dass das Cover - wie auch die der anderen Bände - vor Witz und Ironie nur so sprüht. Chapeau an die Layoutabteilung des Lübbe-Verlags! Sehr toll finde ich auch die Tatsache, dass jedes deutsche Hamish-Cover ein anderes schottisches Tartan-Muster “featured” - auf dem Buchrücken und im Coverlogo mit dem süßen Highland-Terrier! Sehr coole Idee, die das Sammeln der Reihe in der Taschenbuch-Ausgabe erstrebenswert macht.

Herzlichen Dank an die Lesejury und den Bastei Lübbe Verlag für die Leserunde und die Bereitstellung des Leseexemplars!
Nähere Infos zum Buch: hier

Freitag, 1. Februar 2013

"Das Manuskript" von Marianne Macdonald



Und wieder bin ich auf eine neue Häkelkrimireihe gestoßen, deren momentane Verfügbarkeit allerdings prekär ist. Es geht um die Krimis der bald 80jährigen Engländerin Marianne Macdonald. Ihre Ermittlerin heißt Dido Hoare und die 8 Bücher der Reihe sind um die letzte Jahrhundertwende (von 1996-2006) entstanden.
Im englischen Original sind die Bücher nur noch gebraucht bzw. zu horrenden Neupreisen erhältlich. Auf Deutsch sind sie im List-Verlag erschienen, allerdings sind aktuell (Stand: 1.2.2013) nur noch 4 Bücher der Reihe neu als Taschenbuch erhältlich. Bei diesen neu erhältlichen handelt es sich vor allem um eine Sonderausgabe, die der List-Verlag ab 2007 veranstaltet hat. Ich habe das erste Buch der Reihe im letzten Jahr (in der Sonderausgabe) gekauft, mittlerweile ist es auf A…. nur noch gebraucht erhältlich. Eine ungute Situation wenn man sich die Reihe anschaffen möchte, auch ein durchgängiges Erscheinungsbild im Regal ist so gut wie unmöglich.
Dennoch sollte das den Häkelkrimi- und „Bücherkrimifan“ nicht abhalten, denn die unwiderstehliche Antiquariats- und verschrobene Bücherwelt wird hier spannend aufbereitet.

Wieder wandelt hier jemand das Miss-Marple-Schema ab und präsentiert eine junge (32jährige) Ermittlerin, die im ersten Buch zwar alleinstehend (i.e. Single) ist, aber die verheiratet war und auch ansonsten nicht wie eine Nonne lebt. 
Dido Hoare besitzt ein Antiquariat in London. Es sind die Endneunziger des zwanzigsten Jahrhunderts und ein Handy ist noch die Top-Neuanschaffung und technische Hiterrungenschaft der Saison. Die Leute gehen nach wie vor in Antiquariate – auch wenn das Geschäft besser laufen könnte. Dido lebt in Scheidung von ihrem Exmann Davey, einem Kunsthändler und Maler, der plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht. Dies irritiert Dido, die es sich eigentlich in ihrem neuen Büchereremitinnendasein mit Katze und Staub gemütlich gemacht hat. Ihr Vater Barnabas, ein emeritierter Professor für Literatur (wie sollte es anders sein) hat mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen, die Schwester ist voll und ganz mit Familie und Kindern ausgelastet. Und dann auch noch Davey, der notorisch pleite war und sie jetzt plötzlich zum Essen ausführt. Irgendwas ist faul und wenige Tage später passiert ein Unfall und in Didos Laden wird eingebrochen. Hat es irgendwas mit ihrem Antiquariat zu tun? Was wollen die Täter? Und was hat Daveys neue Freundin Ilona damit zu tun?

Ach ja, alte Bücher, Autographen und Manuskripte, deren bloße Existenz Konsequenzen oder gar Verbrechen in der Neuzeit nach sich ziehen: ein altes, aber bewährtes und immer wieder gutes Schema. Auch hier ist die Auflösung interessant und man lernt sogar ein bisschen was über die englische Literaturgeschichte. Bücher über Bücher, Antiquariate, Buchhändler und Literatur ziehen mich einfach magisch an.

 Der Krimi ist schnell gelesen und Dido wächst einem ans Herz. Ich kann das Buch in jedem Fall empfehlen und hoffe die anderen Bücher der Reihe noch auftreiben zu können.
Meine Ausgabe:

Originaltitel: Death's Autograph
Verlag: List
Erscheinungsjahr der Ausgabe: 2007

Erstausgabe: 1996
Seiten: 350

ISBN:983548607146

Mittwoch, 16. Januar 2013

"Mrs. Wilcox und die Tote auf der Terrasse" von Emilie Richards



 Cozy mysteries bzw. Häkelkrimis nach dem Miss-Marple-Vorbild zeichnen sich für gewöhnlich dadurch aus, dass die Ermittlerin eine alleinstehende ältere Dame ist, die in einem kleinen Dorf in England lebt und in ihrer vielen Freizeit gerne Verbrechen aufklärt. In den Mrs. Wilcox-Krimis von Emilie Richards ist die Ermittlerin zwar auch in einem kleinen Ort („Emerald Springs“) zuhause, dieser liegt allerdings nicht in England, sondern in Ohio/USA. Auch ist die Ermittlerin keinesfalls alleinstehend oder alt: sie ist Mitte 30 und mit einem (natürlich protestantischen) Pfarrer (Unitarier) verheiratet, mit dem sie zwei Töchter hat. So weit so anders.
Viel Freizeit hat Aggie (Agatha) Wilcox dennoch: weil sie sich langweilt fängt sie sogar an in der neuen Buchhandlung zu arbeiten, die einen eigenen Raum für Bücher mit „Erwachsenenthemen“ hat. Ausgerechnet gegen diesen Raum laufen die rechtschaffenen (um nicht zu sagen: bigotten) Bürger von Emerald Springs Sturm.
Auch sonst ist in der kleinen Gemeinde nicht gerade Friede-Freude-Eierkuchen am Start: Aggie muss sich mit konservativen Frauenvereinsmitgliedern und deren Feindseligkeiten sowie Abneigung gegen allzu freizügige Kleidung herumschlagen und es soll noch schlimmer kommen: eines schönen Tages liegt eine nackte tätowierte Frau auf ihrer Terrasse… was hat das alles zu bedeuten und wer ist als nächstes dran?
Ja hm, also was soll ich zu dieser Reihe sagen? Zunächst finde ich die Charaktere ganz unterhaltsam: Aggie ist eine Frau die mitten im Leben steht und sich um alles kümmert und dennoch von Wissbegierde in die unterschiedlichsten sozialen Situationen geführt wird. Dass ihre jüngste Tochter Teddy ziemlich morbide ist (sie will immer ihre lebendige (!) Katze begraben) und ihre größere Tochter sich zu einem ganz normalen Teengaer entwickelt gehört wesentlich zur Handlung. Auch ihre jüdische Freundin Lucy, Immobilienmaklerin mit Vorliebe für heiße Schlitten (Autos ;)) und aufsehenerregende Kleidung sowie natürlich ihr liebevoller Ehemann Ed, der immer ein bisschen verschlafen wirkt und nichts lieber möchte als wissenschaftlich arbeiten und sich aus der Politik raushalten.
Wie gesagt: die Hauptfiguren sind lebensecht und sympathisch gezeichnet, die Antagonisten dementsprechend hinterhältig und unsympathisch.
Einzig die Stoy bzw. Kriminalhandlung war mir in diesem ersten Buch der Reihe etwas zu fahrig, beliebig wenn man so will. Ja, o.k., hintergründige Geheimnisse kommen ans Licht aber das alles zieht sich etwas zu lang für meinen Geschmack. Ich werde dieser amerikanischen Häkelkrimireihe aber weiterhin eine Chance geben – vielleicht ist ja der nächste Fall mehr nach meinem Geschmack.

Lieben Dank nochmal an scarlett59, die mir das Buch, das auf meiner Wunschliste stand, zum Lovelybooks Weihnachtswichteln 2012 geschenkt hat.
 

Meine Ausgabe:
Originaltitel: Blessed is the Busybody
Verlag: mira Taschenbuch im Cora Verlag
Erscheinungsjahr der Ausgabe: 2008
Erstausgabe: 2005
Seiten: 320
ISBN:  978-3899414981

Samstag, 8. Dezember 2012

„Halleluja! Ein Papst-Krimi“ von Johanna Alba und Jan Chorin



 So, hier nun die Rezension von meinem Bookcrossing-Neuzugang: „Halleluja! Ein Papst-Krimi“ von Johanna Alba und Jan Chorin

Der Vatikan: kaum ein Ort, kaum ein Staat und kaum ein Museum ist wohl exklusiver. Nur wenige Menschen dürfen sich dort permanent aufhalten, die allerwenigsten wissen um die Geheimnisse, die dort verborgen sind. Das hat wohl dazu geführt dass sich Schriftsteller seit Ewigkeiten den Kopf darüber zerbrechen wie es dort wohl wirklich zugehen mag: sind alle Kardinäle intrigant? Der Papst nur eine arme Marionette? Und der Kammerdiener ein Fähnchen im Wind?  Die Phantasien reichen dann von Weltverschwörungstheorien (Dan Brown etc.) bis hin zu einer Entmystifizierung der Figur des Papstes (z.B. Robert Schneider: „Der Papst und das Mädchen“ etc.). Das vorliegende Buch ist eine Vermischung aus beidem und soll in erster Linie einen unterhaltsamen, wenn auch wahrscheinlich sehr weit an der Realität vorbeigehenden Einblick hinter die Mauern des Zwergenstaates liefern.

In „Halleluja-ein Papst Krimi“ ist Papst Petrus alles andere als ein strenger Wächter über die permanente Einhaltung der katholischen Lehre: er frönt lieber der Lebenslust, sei es nun durch Fußballschauen, Kaffeetrinken oder Schlemmen. Natürlich ist er lieb und fromm, aber von Politik und Strenge hält er herzlich wenig: was soll er sich mit mexikanischen Bischöfen abgeben wenn doch gerade Fußball-WM läuft? Außerdem ist er gerne inkognito in den Gassen Roms unterwegs – natürlich ohne Bodyguards, ja klar… Aber: „willing suspension of disbelief“ – dies hier ist ja auch kein Sachbuch über das Oberhaupt der Katholiken, sondern ein augenzwinkernder Häkelkrimi mit keinem geringeren als dem Papst als schrulligem Ermittler. Zur weiteren Handlung: es gab einen Anschlag. Kardinal Rotondo, Förderer und gewissermaßen „Erschaffer“ des Papstes Petrus, wurde in einer Marienkirche von einem herabstürzenden Engel niedergestreckt. Er hat den Anschlag zwar knapp überlebt, aber eins ist klar: jemand trachtete dem Kardinal nach dem Leben.
Obwohl das Buch ganz radikal alle Vorstellungen darüber aushebelt wie ein Papst zu sein hat, werden dennoch ein paar Klischees verbraten: es gibt den bösen Oberkardinal mit dem sprechenden Namen Oscuro, der gerne Papst geworden wäre und sich wie kein anderer zu diesem Amt berufen fühlt. Dann natürlich den wunderlichen Kunsthistoriker, der beim Aufklären der Symbolik helfen soll und selbst ein schreckliches Geheimnis mit sich rum trägt. Und natürlich auch die obligatorische Geheimgesellschaft mit Mönchen, die halt ein wenig anders sind und sich deshalb vom Vatikan abschotten.
Dass um den Papst herum die strenge Sittenwächterin und Nonne Immaculata (!!!) ihr Unwesen treibt ist schön, auch der Gedanke dass der Papst als Kammerdiener einen von Politik völlig unbeleckten umbrischen Jungmönch beruft, anstatt sich an die Linie des Vatikans zu halten. Außerdem ist seine Pressechefin eine wunderschöne Gräfin, die der Tradition zwar verhaftet ist, aber durch ihre Schönheit doch ein wenig Erotik in die alten Mauern Einzug halten lässt.

Ja, das alles liest sich wirklich gut, ist unterhaltsam und mal was Neues, aber von der Handlung her dennoch vorhersehbar. Der Charme des Buches liegt sicher in der von unorthodox bis klischeehaft einzuordnenden Zeichnung seiner Charaktere. Und: wer hätte gedacht dass einem der Papst sympathisch sein kann?

Man merkt übrigens nur sehr selten, dass das Buch von zwei Autoren verfasst wurde.

Nähere Infos gibt auf: www.papstkrimi.de

Meine Ausgabe:
 
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2010
Erstausgabe: 2010
Seiten: 
ISBN:  978-3-499-25382-9