Nett, aber auch mehr ned
Ja ja, die lieben Influencer und ihre Buchveröffentlichungen. Seien wir doch mal ehrlich: hohe Reichweite ist heutzutage oft gleichbedeutend mit der Möglichkeit eines Buchvertrages, so influencer denn einen will. Aber die allermeisten wollen ihn. So auch Michi Buchinger aus Wien, einer der Influencer, die ich schon lange verfolge und auch mag, sonst hätte ich wohl kaum seine bereits vor einiger Zeit veröffentlichten Sachbücher über Dinge, die er nicht mag, gelesen. Ich schätze einfach seinen schrägen Humor, er hat mich tatsächlich schon oft zum Lachen gebracht. Auch dass er seine eigene Bubble - die der Influencer - aufs Korn nimmt, hat ihm bei mir schon einige Pluspunkte eingebracht. Er ist sehr transparent, sagt, dass er in seinem Job natürlich annimmt, was er bekommen kann und das macht ihn für mich sympathisch und menschlich.
Genau diese ihm so gut bekannte Welt der Influencer bespricht er in seinem ersten Roman “Bella Barks letztes Like”. Hauptfigur Leo Escher ist bzw. war mal einer. Er hat es immerhin zu um die 50 000 Abonnenten auf YouTube geschafft, aber das war einmal. Leo und sein Kanal befinden sich auf dem absteigenden Ast, denn sein Content ist nicht mehr wirklich gefragt. Längst hat sich vieles auch auf Instagram und Tiktok verlagert und Leo überlegt, wie es mit Ende 20 jetzt für ihn weitergehen soll. Da flattert eine Einladung seiner ehemaligen Bekanntschaft, der Influencerin Isabella, genannt “Bella Barks”, bei ihm ins Haus. Er soll sie auf ein kostenloses “Barkend” begleiten in der österreichischen Provinz. “Barkend” weil Bella mittlerweile Dogfluencerin ist und ihren Content rund um ihre acht Vierbeiner und sonstige Hundethemen gestaltet. Das kommt beim Publikum gut an: mit über 1 Mio Followern gehört sie zu den bekanntesten Influencer:innen Österreichs. Doch als Bella am ersten Tag des Wochenendes tot umfällt, nachdem sie einen von ihr kreierten, auch für Menschen geeigneten, Bella Bite-Hundekeks gegegessen hat, wird Leo plötzlich zum Ermittler in der Welt des schönen Internet-Scheins…
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich mir ein humorvolles Cosy-Crime-Erlebnis mit typisch buchingerischem Humor erkaufen wollte. Teilweise wurde das auch erfüllt, aber leider nur teilweise eben. Ja, es war witzig, aber nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Es war harmloser und weniger eckig/kantig. Buchinger light würde ich sagen. Ziegenyoga hin oder her - da hätte man noch einige Lacher rausholen können, das ganze Setting und Personal war perfekt dafür. Vom Krimiaspekt her aber muss ich sagen, dass es durchaus spannend war. Ich wäre nicht auf die mordende Person gekommen, obwohl es im Nachhinein eigentlich offensichtlich ist - es ist immer derjenige, der…aber lassen wir das, vielleicht wollt ihr es ja auch noch lesen. Alles in allem ein schöner kleiner Influencer-Krimi für zwischendurch.

